“Control” 

Anton Corbijns Portrait des Joy-Division-Sängers Ian Curtis überzeugt vor Allem visuell: In grobkörnigem, kontrastreichen Schwarzweiß fängt der Fotograf Corbijn die Tristesse englischer Arbeiterstädte der Siebziger ein. Sam Riley, der Curtis spielt, taumelt mit einem leeren, apathischen Blick durch die Straßen. Allerdings leidet der Film – er basiert auf dem Erinnerungsbuch von Curtis’ Witwe, die auch produziert hat – etwas an der Distanz, die er zu wahren versucht: Nicht mal an Curtis selbst traut er sich so richtig heran; von anderen (noch lebenden) Figuren ganz zu schweigen. “Control” ist ein brillantes Stück Kino im Wortsinn, aber bestimmt nicht das Psychogramm eines depressiven, einsamen Jungen. Den Part überlässt Corbijn anderen. Im Rahmen seines Könnens aber erzählt der Regisseur, der eigentlich Fotograf (er begleitete in den späten Siebzigern Joy Division) und Videoclip-Regisseur (U2) ist, eine tragische, düstere Geschichte vom langen Tod eines begabten Jungen.

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