Coco Chanel ist heute mehr als nur ein Name, Chanel ist eine Marke, eine Stilrichtung und eine bewegende Geschichte die hinter all dem steckt. Audrey Tautou schlüpft lässig in die Rolle der Modeikone und Designerin. Gehüllt in die eher maskuline frühe Mode Chanels sticht sie deutlich aus der  französischen Aristokratie der letzten Jahrhunderte heraus.

Anne Fontaine’s Film über Coco Chanel bildet den Auftakt einer ganzen Reihe von Filmen, die sich in nächster Zeit mit dem Leben der Modeschöpferin auseinandersetzen werden. Die jungen Jahre Coco Chanels sind bewegend und zeigen ein junges Mädchen welches mit ihrer Schwester in einem Weisenhaus aufwächst und sich nicht unterkriegen lässt von den Konventionen ihrer Zeit.

Schauspielerin Audrey Tautou wirkt extrem unkonventionell gegenüber der pompösen Korsagen geschnürten Frauen welche durch prunkvolle Säle flanieren. Sie geht lieber, trägt die Anzüge ihrer Liebhaber und scheint als erste emanzipierte Frau gefangen in einer Zeit die nicht schnell genug für sie voranschreitet. Jedes Mode Portal wäre froh gewesen sie in ihren Reihen zu wissen.

Coco Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft

‘Coco Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft’ erzählt nicht das Leben der großen Modeschöpferin, sondern zeigt den Weg von Gabrielle Bonheur Chasnel, welche Coco genannt wurde als die für ein bisschen Geld mit zarter Stimme einige Chansons singt. Regisseurin Anne Fontaines inszeniert das Porträt einer jungen Kreativen mit starkem Fokus auf ihre Chanels Welt und lässt geschichtliche Ereignisse wie den ersten Weltkrieg nur ganz am Rande ablaufen. Audrey Tautou, scheint in der Titelrolle wie aus der Zeit gefallen und mit großen, staunenden Augen auf diese fremde Welt zu schauen.

Audrey Tautou als Coco Chanel

Initialisiert wird der Schritt vom Waisenkind zur Modeschöpferin nicht nur ein Mal sondern etliche Male im Film. Der Zuschauer wird unter Spannung gestellt, wenn er etwa die Filmheldin dabei beobachtet wie sie forsch einen Schlips abschneidet oder Näharbeiten für die Schwester erledigt und dann doch nicht den Schritt zur modischen Selbstverwirklichung geht. Andeutungen müssen vorerst reichen um die spätere Grande Dame der Mode zu porträtieren.