Die Nachkriegsjahre im deutschen Kino sind geprägt durch den wirtschaftlichen Ausfschwung und das aufkommende Fernweh. Zwei Idole dieser Zeit, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sind die Sängerin Caterina Valente und der Schauspieler Hans Albers.

Caterina Valente ist ein Allround-Entertainment-Talent: Aufgewachsen im Zirkus ist sie Sängerin, Tänzerin, Schauspielerin und Gitarristin in Personalunion. Nach Erfolgen im Musikgeschäft drehte sie 1954 ihren ersten Spielfilm “Mannequins für Rio” und bediente damit den Wunsch nach Exotik im Kino. Mit ihrem Bruder Silvio Francesco und Peter Alexander erschien 1956 die Musical-Komödie “Bonjour Kathrin”, auf dessen Namen etliche TV-Shows mit Caterina Valente basierten (“Bonsoir Kathrin”, “Bentomata Caterina”, “Bravo, Catrin!”). Während sie in Deutschland vor allem mit ihren Unterhaltungsfilmen und Schlagern Erfolge feierte, ist sie über Europas Grenzen hinaus als Jazz- und Weltmusik-Interpretin bekannt. 1959 wurde sie für den Grammy nominiert und 1965 überreichte ihr Sammy Davis, Jr. den Fame Award. Mittlerweile hat sie sich aus dem Showgeschäft zurückgezogen und lebt in der Schweiz und den USA.

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Einen gänzlich anderen Blick auf die Gesellschaft der 50er Jahre bietet der “blonde Hans”.

Bereits in den 30ern und 40ern war Hans Albers ein Publikumsmagnet und seine Filme “Münchhausen” und “Große Freiheit Nr. 7” gehören zu den großen Klassikern des deutschen Kinos. Groß, blond, blauäugig und ausgesprochen beliebt war er für die Nazis das ideale Aushängeschild und sie produzierten mit ihm etliche Propagandafilme übelster Sorte, wobei sich Albers im Privaten nie von den Nazis hat vereinnahmen lassen. In den 50ern konnte er seinen Erfolg nahtlos fortsetzen: Sein bekanntester Film aus dieser Phase ist “Auf der Reeperbahn nachts um halb eins”, nicht zuletzt durch das titelgebende Lied, dass er sang. Wenigen deutschen Schauspielern gelang es sich so überzeugend als Alleskönner und Tausendsassa in Szene zu setzen und dabei generationsübergreifend so viele Bewunderer zu generieren wie er. Sogar heute noch fällt es schwer durch St. Pauli zu schlendern ohne auf Hans-Alber-Memorabilien zu treffen. In seinen letzten Jahren kämpfte er vergeblich gegen seine Alkoholsucht. Kurz vor seinem Tod erhielt Hans Albers das Bundesverdienstkreuz. Er starb 1960 im Alter von 69 Jahren.

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