Kino, neue Filme & Schauspieler

Kategorie "Regisseur"

George Romero

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“Night of the living dead” (1968) ist zunächst und vor Allem brachialer, kompromissloser Horror. Eine politische Allegorie verbirgt sich in der düsteren Idee freilich auch; aber das war zunächst gar nicht entscheidend. Als der Film herauskam, 1968, war er in seiner Unmittelbarkeit, seinem Pessimismus und seiner Brutalität beispiellos. Moderne Rezensenten legen großen Wert darauf, ihn als düstere Kritik am Vietnam-Krieg und am amerikanischen Rassismus der 50er zu sehen, aber ich kann mir nicht unbedingt vorstellen, dass er damals sofort - und: in erster Linie - als solche gesehen wurde. Zunächst war es eben ein Horrorfilm, und zwar ein ganz neuer, frischer, unverbrauchter Typus. “Horror” war bis dato oft Grusel gewesen, meistens Romantik - von “Nosferatu” (1922) über “White Zombie” (1932) bis zu den Dracula-Filmen der Hammer-Studios aus den Fünfzigern. Mit Romeros Zombies kam ein nackter, realistischer Terror ins Kino, der die alten Schreckgespenster ins Reich der Märchen verbannte.

Das beeindruckte. Und inspirierte viele Filmemacher. Natürlich hat Romero nicht das Rad neu erfunden; die klaustrophobische Grundsituation gab es beispielsweise schon in “Gangster in Key Largo” (1948). Aber die Radikalität und der Realismus, mit denen er seine Geschichte ausstattet, waren ungesehen. Deshalb kann man, denke ich, mit Fug und Recht sagen, dass er ein ganzes Genre begründet hat. Ein Genre freilich, das bis heute von seinen Filmen lebt. Denn Romeros Zombiefilme sind über die Jahre jung geblieben; sie haben sich - bis auf, hin und wieder, der dritte Teil “Day of the Dead” - dem Zeitgeist kaum angepasst. Die Helden, die Situationen, Bedrohungen und Ängste sind archaisch; sie lassen sich in jeder Zeit und jeder Gesellschaft denken. Das ist der enorme Vorteil des Horror-Klassikers Romero, der immer auch politisch war; bloß, dass man’s nicht sah, wenn man’s nicht sehen wollte. Es ist zugleich sein Kreuz: Denn jenseits vom Horror hat er wenig gemacht. Dabei darf man, angesichts der Konflikte, denen er beispielsweise in “Zombie” viel Platz einräumt, von seinen Qualitäten als Chronist zwischenmenschlicher Tragödien ausgehen. Sein intensivster Film ist denn auch keiner der Zombie-Streifen, sondern der alptraumhafte, psychotische “Martin”, in dem die Frage nach Horror und Realität direkt gestellt wird: Martin denkt, er sei ein Vampir, oder vielleicht hat er, von seinem fanatischen Großvater beeinflusst, gelernt, es zu denken. Der Film zeigt, wie er Menschen mit Rasiermessern aufschlitzt und ihr Blut trinkt - ein klassischer Vampir, mit spitzen Eckzähnen und Umhang, ist das nicht. Ist er ein Vampir, oder nicht? Romero hat den Horror, der vorher der Zerstreuung diente, Spaß machen sollte, in den Alltag gebracht und gezeigt, dass er authentisch sein kann, unmittelbar, und bedenkenswert. Die wenigsten seiner Filme waren kommerziell erfolgreich; stilprägend waren sie allemal.

Filmographie:

Night of the living dead (1968)

There’s always Vanilla (1971)

Seasons of the Witch (1972)

Crazies (19739

Martin (1977)

Zombie (1978)

Knightriders (1981)

Creepshow (1982)

Day of the Dead (1984)

Monkey Shines (1988)

Two Evil Eyes (1990)

Stephen King’s Stark (1993)

Bruiser (2000)

Land of the Dead (2005)

Diary of the Dead (2007)

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Dario Argento

Autor: Fin 0 Kommentare

Dario Argento ist ein herausragender Regisseur. Trotzdem macht er meistens schlechte Filme.

Drei Killer warten an einem öden Bahnhof. Das Windrad klappert, Wasser tropft quälend langsam von einer Regenrinne, eine Fliege krabbelt über das schmutzige Gesicht eines der Männer…

Während des Vorspanns zu “Spiel mir das Lied vom Tod” (1968) passiert nichts. Trotzdem steckt er voller Details und entwickelt eine seltsame, morbide Atmosphäre. Die Titel nennen drei Drehbuchautoren: Sergio Leone, Bernardo Bertolucci und Dario Argento. Die Episode mit der Fliege im Revolverlauf, hat Argento später in einem Interview gestanden, sei von ihm. Sie ist exemplarisch für das Werk des Filmemachers Argento, der sich selten um eine ordentliche Geschichte schert; was für ihn zählt, ist die audiovisuelle Qualität.

mnis der schwarzen Handschuhe”. “Profondo Rosso” (1975), “Suspiria” (1977) und “Inferno” (1980) wurden seine besten Filme: Erzählerisch nicht besonders sattelfest, aber visuell atemberaubend. Er hat es bis heute nicht zugegeben, aber der Einfluss des italienischen Horrorregisseurs Mario Bava (1914-80) ist unverkennbar. Eine Traumsequenz in “Inferno” wurde von Bava gefilmt.

Suspiria“, sein wichtigster Film, erzählt von einer Tanzakademie in Freiburg, die von Hexen geleitet wird. Argento gesteht, er habe sich an Disneys “Schneewittchen und die sieben Zwerge” orientiert. So wirken die Schülerinnen, obwohl sie erwachsen sind, wie kleine Mädchen: Die Türen sind zu groß, die Klinken auf Kopfhöhe angebracht, die Betten zu klein… Der Film lebt von der phantasievollen Ausstattung. Argento verwendete rares Technicolor-Material, das die Bilder in unwirkliche Farben taucht.

Im Werk des Hitchcock-Verehrers steht eine Handvoll visuell überragender Horrorfilme gegen unzählige schlechte Thriller. Argento hat sich oft im Genre seines Idols versucht, meist ohne Glück. Es wäre an der Zeit, dass ihm jemand ein handfestes, logisches Drehbuch in die Hand gibt - ein Dario-Argento-Film mit einem soliden Plot, davon träumen seine Fans seit Jahren …

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