Außerhalb der USA dürfte dieser Comicheld nicht halb so populär sein, weshalb er neben Batman und Superman eine etwas magere Figur macht, wenn man eben nicht aus den Staaten kommt. Ob die Neuverfilmung des Comics dennoch einen guten Kinostart hinlegt?

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Steve Rogers ist krank und unauffällig, will jedoch in den 40ern für die Rechte seines Amerikas kämpfen. Als er wiederholt vom Militär abgelehnt wird, gibt er jedoch nicht auf und der Staat weiht ihn in ein Geheimprojekt ein, das ihn mittels geheimer Medikamente und Operationen in einen Übermenschen verwandelt.  Als Captain America soll er gegen Hitler und seine Armee vorgehen, und damit nicht nur Amerika, sondern auch die Welt retten.

Der Marvel Held erschien 1941 zum ersten Mal in einem Comic und verbrachte die folgenden Jahre vorwiegend damit, Nazis, Japaner und Russen zu bekämpfen, die erste Ausgabe hat sogar Captain America auf dem Cover, wie er Hitler eine verpasst. Subtile Geschichten waren noch nie die Stärke dieses Marvel Helden, dennoch ist er auch heute noch ungemein populär und ein wichtiges Kulturgut der silbernen Ära der Comicbücher in den USA.

Hau drauf und wenig subtil, mehr will Captain America aber auch gar nicht sein. Glücklicherweise sind sich die Macher dessen auch bewusst und reizen es so aus, dass man es als “guilty pleasure” sehr wohl genießen kann. Angefangen vom liebevoll hochstilisierten 40er Jahre Look bis hin zur überzogenen Action macht Captain America – The First Avenger ungemein Spaß, solange man ihn nicht mit clever geschriebenen Marvel Verfilmungen a la X-Men oder Iron Man vergleicht. Mit Chris Evans – dem neuen Actionhelden am Hollywoodhimmel – hat man außerdem einen sehr charmanten Protagonisten und die mittlerweile obligatorische Liste an altgedienten, guten Schauspielern wird von Tommy Lee Jones, Hugo Weaving und Stanley Tucci angeführt.
Zwar scheint der Film relativ sicher auf den bald erscheinenden The Avengers Film hin zu arbeiten, so dass es hier wohl eher darum geht, bestimmte Charaktere soweit wieder ins Rampenlicht zurück zu bringen, dass die gigantische Marvel Produktion später auch mit genügend Vorlauf in den Kinos starten kann, aber wer generell Comicverfilmungen liebt, wird nicht enttäuscht werden. Bedenkt man, dass der Film bereits 2000 in Produktion gehen sollte, ist es erstaunlich, dass das Endprodukt derartig hochwertig geworden ist, da so lange Produktionsphasen meistens im Desaster enden (siehe: Superman Returns).

Fazit:
Für die Durststrecke des The Avengers Filmes ist Captain America – The first Avenger ein guter Zwischensnack, mehr als eine rasante Story und halbwegs durchdachte Charaktere sollte man jedoch nicht erwarten. Spaß wird es trotzdem machen, das überpatriotische Actionfilmchen.

Ab dem 18.8.2011 im Kino.

Regie: Joe Johnston
Drehbuch: Christopher Markus, Stephen McFeely
Darsteller: Chris Evans, Tommy Lee Jones, Hugo Weaving, Hayley Atwell
Musik: Alan Silvestri