Kim Ki-Duk hat einen Liebesfilm gedreht. Wer “Address Unknown” kennt, findet das möglicherweise befremdlich. “Bin-Jip” (“Leere Häuser”) ist kein Sprung in eine völlig andere Richtung, die Handschrift des Regisseurs bleibt erkennbar. Auch hier ist Gewalt “eine Art von Magie” und Teil des täglichen Lebens in Korea, andere Züge Ki-Duks stechen in diesem Film jedoch stärker hervor.

Plot: Korea. Ein junger Mann bricht in fremde Wohnungen ein, deren Besitzer in Urlaub sind. Statt sie auszurauben, räumt er auf. Wäscht ab, hängt die Klamotten ordentlich auf und repariert beispielsweise kaputte Telefone. Dann verschwindet er wieder und sucht sich eine neue Bleibe. Dieser moderne Hausgeist trifft auf seiner Fahrt ein Model, das von ihrem prügelnden Ehemann zu Hause zurückgelassen wurde. Sie kommt mit ihm und das schweigende Päärchen wandelt von nun an gemeinsam durch die leeren Häuser der Menschen.

Geschwiegen wird sehr viel in diesem Film. Die Hintergrundmusik wird spärlich eingesetzt, wofür ich den Regisseur jedes Mal knutschen könnte. Die natürlichen Geräusche in einer spannenden Szene im Garten eines Innenhofs beispielsweise sind viel spannender, als jede Art von “dramatischer” Musik es gewesen wäre.

Nur die Nebendarsteller reden, die beiden Hauptcharaktere sprechen kein Wort, bis auf zwei Sätze, die die Frau gegen Ende des Films von sich gibt. Der Film wird über weite Strecken von Blicken und Handlungen der beiden Figuren getragen. Zusammen mit der großartigen Leistung der Schauspieler entsteht so der Eindruck von einer Traumwelt, der der Zuschauer zusammen mit den Protagonisten angehört. Diese kann von den lauten und brutalen Menschen, mit denen sie sich immer wieder konfrontiert sehen, höchstens gestört, jedoch nie ganz gebrochen werden.

Was soll ich sagen, ich liebe den Film. Er trifft genau den Nerv dessen, was man mit Worten nicht beschreiben und höchstens zerreden kann. Wunderbar! 🙂