“Bad Santa” (2003): Billy Bob Thornton, die Zweite.

Der Weihnachtsmann ist so besoffen, dass er es nicht mal bis zu seinem Stuhl schafft. Irgendwie hievt er sich dann doch hoch, sitzt zusammengesunken auf der Bühne, unrasiert, nur halb bei Bewusstsein, und hört sich die Wünsche der Kinder an. Willie T. Stoke (Billy Bob Thornton) ist, soviel wird rasch klar, kein Kaufhaus-Weihnachtsmann aus Leidenschaft. Der notorische Trinker und Frauenheld schlüpft in das rote Kostüm, weil es ihm Zugang verschafft zu den Tresoren der Kaufhäuser. Statt Geschenke zu bringen, raubt der Weihnachtsmann uns aus – ein “Bad Santa”, fürwahr!

“Bad Santa” ist eine tolle – und längst überfällige – Satire auf die Weihnachtsindustriefreude. Thornton ist sein Vergnügen am saufenden, kinderhassenden, sexsüchtigen Weihnachtsräuber jederzeit anzusehen. Ein boshafter, gemeiner Weihnachtsfilm. Regisseur Terry Zwighoff rächt sich im Namen aller genervten Erwachsenen dieser Welt am Diktat des rotweißen Kitschs. Mein persönlicher Pflicht-Adventsfilm.