Es braucht wie immer ein geringeres Budget, um einen innovativen Film aus dem Wust der generischen Horrorfilme wachsen zu lassen. Die britische Horrorkomödie glänzt durchweg und dürfte einer der besten Geheimtipps dieses Jahres sein.

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Die minderjährige Straßengang um Anführer Moses ist gerade dabei, eine junge Frau auszurauben, als ein merkwürdiges Objekt vom Himmel fällt. Das stellt sich als Alien raus, das Moses und Konsorten fachmännisch umlegen. Doch wie es so ist – es bleibt nicht bei einem und schnell ist der Block, in dem Moses mit seinen Freunden lebt, von unheimlichen Kreaturen umzingelt.

Geschrieben und dirigiert von Joe Cornish (Co-Autor des baldigen Tim&Struppi Filmes) ist Attack the Block im Sinne von Shaun of the Dead meets District 9 eine fantastische Horrorkomödie mit einem starken Cast, einem großartigen Drehbuch und überraschend guten Spezialeffekten.
Diese – vor allem beim Design der Aliens – dürften vor allem aus der Not heraus geboren worden sein, denn da offensichtlich das Geld für hochstilisierte Megaaliens fehlte, wurden vielmehr Monster kreiert, die effektiv und unheimlich sind und kreativ im Film umgesetzt wurden.
Da der gesamte Film in einem Wohnblock in den “bösen” Außenbezirken Londons spielt, sind sowohl die Protagonisten als auch die Dialoge anfangs an Stereotype angelegt, die sich im Laufe des Films jedoch als interessante Charaktere entfalten, beeindruckend dürfte dabei sein, wie alle Schauspieler (insbesondere die Teenager) zusammen mit einem guten Drehbuch jedem Charakter Leben einhauchen, so dass kleine Details dafür sorgen, dass man es nicht mit Schablonen zu tun hat, sondern mit echten Menschen, mit denen man am Ende mitfiebert (in einer Szene, in der die Jungs auf der Flucht auf die Mädchen aus ihrem Block treffen, wird das besonders klar, zumal dort auch ernstere Themen angesprochen werden).
Rasant, witzig (wirklich ungemein witzig, vor allem, wenn man sich auch auf nebensächliche Sprüche der Kids achtet) und vor allem innovativ, Attack the Block hat alles, was man für seinen Horrorabend braucht und auch wenn es fast nur Teenies sind, die dort gegen die außerirdische Bedrohung angehen, dürfte der Film auch jedem jenseits der 20 Jahre mehr als gefallen.

Von Joe Cornish wird man hoffentlich demnächst mehr hören und von den Schauspielern mehr sehen, zuletzt sei noch auf den gut gesetzten Soundtrack hingewiesen, der von Steven Price und den Electropunks Basement Jaxx komponiert wurde.

Ab dem 22.9.2011

Regie und Drehbuch: Joe Cornish
Darsteller: John Boyega, Alex Esmail, Franz Drameh, Leeon Jones, Simon Howard, Jodie Whittaker, Luke Treadway, Nick Frost
Musik: Basement Jaxx, Steven Price