… sowie Kettensägen, Visitenkarten und Huey Lewis: Willkommen in der Welt des “American Psycho”!

Wenn die Presse sich vorab echauffiert, dieses oder jenes Buch sei “unverfilmbar”, sollte man aufhorchen: Die Verfilmungen sind oft sehr gelungen. Peter Jackson hielt nicht viel von dem hässlichen kleinen Adjektiv und machte den “Herrn der Ringe”. Auch Mary Harron (“I shot Andy Warhol”) ließ sich nicht abschrecken und wagte eine Verfilmung des Romans von Bret Easton Ellis. Der war verschiedentlich durch seine nicht eben zimperlichen Gewaltszenen aufgefallen.

Erzählt wird, in lakonischer, banaler Sprache, die an Markennamen nicht geizt, von Patrick Bateman, einem lebens-müden, depressiven, leeren Yuppie, der sich im New York der Achtziger von einem Mord zum nächsten träumt. Elke Heidenreichs Kommentar zu “American Psycho” – sie vergleicht das Buch mal eben mit Picassos “Guernica” – wird bis heute auf der hinteren Klappe der deutschen Taschenbuchausgabe abgedruckt.

Mary Harron spart die Gewalt nicht völlig aus, reduziert sie aber beträchtlich – und macht aus der irgendwie tragischen Satire eine boshafte schwarze Komödie. Christian Bale als Patrick Bateman hat (bislang) nicht wieder so gut gespielt; und Reese Witherspoon als seine oberflächliche Freundin ist gleichzeitg komisch und zum Heulen. Der Film legt großen Wert darauf, die Epoche, besonders in modischer Hinsicht, exakt abzubilden; die Liebe zum Detail sieht man ihm an. Der Soundtrack ist eine ironische Best-of-80s, und sogar Willem Dafoe als Detektiv ist ausnahmsweise cool. Übrigens ist “American Psycho” auch hinsichtlich perfekter männlicher Körperpflege äußerst lehrreich.