Wer dachte, dass Colin Firth für ewig Bridget Jones’ Traummann sein würde, der hat sich gewaltig geirrt, denn mit seinem neusten Kinofilm wandelt er sich um 180 Grad und beeindruckt mit rohem Talent.

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Einen Tag, einen einzigen Tag lang begleiten wir George Falconer (Colin Firth) im Jahre 1962. Kurz zuvor hat er seinen Lebenspartner bei einem Autounfall verloren, dessen Familie ließ ihn nicht an der Beerdigung teil nehmen, da die homosexuelle Beziehung ihres Sohnes eine Schande war. Alleine in seinem Hotelzimmer erleben wir Georges Blick in die Vergangenheit und die Angst vor der Zukunft, seine Gedanken über das Leben und den Tod und seinen Kampf mit dem Verlust.
In atemberaubenden Bildern wird der Roman von Christopher Isherwood nach erzählt, neben einer perfekten Ausstattung der 60er Jahre wurden hier nämlich auch Photografien und Filme aus der Zeit zur visuellen Untermalung als Inspiration genommen, so dass “A Single Man” alleine durch eine grandiose Optik lohnt.
Die immer bezaubernde Julianne Moore in der Rolle von Georges bester Freundin und Colin Firth in einer Rolle, in der man ihn kaum wieder erkennt, geben sich ein wahres Duell vor der Kamera.
Gerade Firths Auftritt jenseits schmachtender Frauenschwärme überrascht in der emotionalen Gewalt, die er als George Falconer auf die Leinwand bringt.
Alles scheint in diesem Film zu stimmen, Drehbuch, Schauspiel, Kamera und Soundtrack ergeben zusammen genommen ein beeindruckendes Werk, das obligatorischen für jeden Cineasten ist.
Ab dem 22.4.2010 im Kino.

Regie: Tom Ford
Drehbuch: Tom Ford, David Scearce, Buch: Christopher Isherwood
Darsteller: Colin Firth, Julianne Moore, Matthew Goode, Nicholas Hoult
Musik: Abel Korzeniowski