Man kennt sie als die Herren der absurd verrückten Komödien mit überzogenen Charakteren und aberwitzigen Storys. In ihrem neuesten Film sind sie jedoch weit dichter am wahren Leben dran, als sonst.

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Larry Gopnik (Michael Stuhlbarg) ist Physikprofessor und Familienvater in Minneapolis 1967 und sein Leben löst sich langsam aber sicher in Chaos auf.
Seine Frau will sich scheiden lassen, weil sie einen anderen Mann kennen gelernt hat, seine Tochter beklaut ihn, um Geld für eine Nasenoperation zu sammeln, sein Sohn raucht Marihuana und sein Bruder schläft seit einiger Zeit auf seiner Couch, während er seine mathematische Abhandlung schreibt.
Als seine Frau ihn raus schmeisst und das gemeinsame Konto plündert und ihn ein Schüler erst besticht und dann anscheinend anschwärzt, gibt es nicht mehr viel, was ihn noch am silbernen Faden der Vernunft hält. Drei Rabbis sollen ihm helfen…
Die Geschichte klingt so verwirrend und durcheinander wie so viele der Coen-Produktionen, allerdings befinden sich hinter dem schwarzhumorigen Stück viele ernste Fragen zu Glauben, Familie und Unglück. Gerade der ernste Unterton macht den schwarzen Humor der Coens fast unerträglich in “A serious Man”, optimistische Filme sollte man sich woanders suchen.
Aber – und so kennen wir sie – der Film ist hervorragend, bissig und hervorragend besetzt bis in die kleinste Rolle und die Austattung ist so liebevoll, dass es einem einen Einblick in die 60er Jahre gibt, der mal nichts mit Glamour oder Blumenkindern zu tun hat. Wer sich hier nicht ab dem 21.1.2010 ins Kino schwingt, hat selber Schuld.

Regie, Produktion und Drehbuch: Joel und Ethan Cohen
Schauspieler: Michael Stuhlbarg, Richard Kind, Sari Wagner Lennick
Musik: Carter Burwell
Kamera: Roger Deakins