„30 Minuten oder weniger“ ist eine Actionkomödie von Ruben Fleischer, dem Regisseur von Zombieland, und führt 80 Minuten lang ins Nirgendwo.

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„30 Minuten oder weniger“ ist der zweite Film des Regisseurs Ruben Fleischer, der hier zum zweiten Mal ein Werk mit Jesse Eisenberg in der Hauptrolle gedreht hat. Wer jedoch eine ähnliche, mit Witz aufgeladene und energiereiche Komödie à la „Zombieland“ erwartet, wird nach den knapp 80 Minuten ziemlich enttäuscht sein.

30 Minuten oder weniger – Vom Pizzalieferanten zum Bankräuber

Nick, gespielt von Jesse Eisenberg („The Social Network“, „Zombieland“), ist ein ambitionsloser Pizzalieferant für Vito‘s Pizza mit zwei Hauptbeschäftigungen: Pizza ausfahren und mit seinem besten und einzigen Freund Chet (Aziz Ansari) abhängen. Chet, der ein bisschen ehrgeiziger ist, ist Grundschullehrer und gerade dabei, sich mit einem langweiligen Leben in der Erwachsenenwelt abzufinden. Auf der anderen Seite der Stadt leben zwei andere Loser: Dwayne (Danny McBride) und Travis (Nick Swardson), die nicht anderes zu tun haben, als Wassermelonen in die Luft zu jagen. Sie beschließen, Dwaynes Vater, der Ex-Marine ist und vor Jahren 10 Millionen im Lotto gewonnen hat, umzubringen, bevor dieser sein Geld ausgegeben hat. Da sie aber nicht den Mut haben Dwaynes Vater selbst zu ermorden, beschließen sie jemanden zu engagieren, der das für sie übernehmen wird. Dafür benötigen sie 100,000 Dollar.

100,000 Dollar in 10 Stunden

Das besondere an Vito‘s Pizza-Service, wenn die Pizza nicht innerhalb von 30 Minuten da ist, ist sie umsonst. Dementsprechend heizt Nick durch Grand Rapids. Eines Abends bekommt er kurz vor Feierabend einen Auftrag, der ihn auf einen verlassenen Schrottplatz führt, wo Dwayne und Travis mit Affenmasken auf ihn warten. Stunden später wacht Nick gefesselt auf einem Stuhl auf, mit einer Bombe, die in einer Weste ist und die mit einem Schloss an ihm befestigt ist. Nick bekommt 10 Stunden um 100,000 Dollar aufzutreiben. Sie empfehlen ihm eine Bank zu überfallen. Sollte er dies schaffen, bekommt er den Code für die Bombe und ist gerettet. Nick bittet daraufhin panisch seinen Freund Chet um Hilfe und die Story beginnt.

Große Erwartungen an den Macher von „Zombieland”

Ruben Fleischer, der mit „Zombieland“ eine wunderbare unerwartete Kombination aus Wortwitz, Schlagfertigkeit und Splatter-Slapstick schuf, kann mit „30 Minuten oder weniger“ nicht an den Vorgänger anschließen. An den Stellen, wo der Film witzig ist, funktioniert es, aber es gibt zu viele Momente, wo man sich denkt, dass es hätte anders laufen können. Jesse Eisenberg liefert mit seiner Darstellung als Nick zwar eine solide Leistung ab, doch eine Oscar-Nominierung wird es ihm diesmal nicht einbringen. Auch Aziz Ansari, der in den Momenten wo Chet in Panik gerät, einige Lacher auf seiner Seite hat, überzeugt. Doch genügt dies?

Kleine Glanzmomente im Film

Wer den Film in seinen kurzen Glanzmomenten nicht  lustig findet, wird enttäuscht sein. Was sich jedoch als witzig darstellt, ist wenn Jesse Eisenberg, der Mark Zuckerberg im „Social Network“ gespielt hat, auf die Frage nach Facebook mit „Du weißt doch, ich checke die Scheiße nicht“, antwortet. Auch das Brainstorming zum Bombenentschärfen über Wikipedia und die Diskussion über Filme, in dem ein Banküberfall erfolgreich verlaufen ist, verhilft dem Film zu einigen Lachern.
Bleibt festzuhalten, dass dieser an sich schon kurze Film, der mit Abspann auf gerademal 83 Minuten kommt, einigen immer noch zu lang sein könnte.

„30 Minuten oder weniger“ –  ab 24.11.2011 in den Kinos zu sehen.