Mai, 2008
Jet Li contra Jason Statham: Action - Heroes fighten gemeinsam in War
Jet Li und Jason Statham in einem Film: Für Actionfans eine der besten Kombinationen seit, äh, Gibson & Glover.
Tatsächlich hätten die beiden Action-Heroen vermutlich das Zeug zum perfekten Paar, etwa so wie Cola & Rum, Strand & FlipFlops, Couch & Bier. Schade nur, dass die Zahl ihrer gemeinsamen Szenen in “War” (2007) nicht gerade groß ist - und wenn sie mal zusammen vor die Kamera treten, dann kann man nicht wirklich von Schauspielerei sprechen, sondern nur von brillanter Choreografie.
Aber was soll’s: Man schaut sich einen Actionfilm ja nicht (wirklich…) der Schauspieler wegen an, oder? Und was die Action, das Kawumm-zzzzrggghh- splaash! - tactactactac … pffffttt - betrifft, ist “War” ein fabelhafter Film, so wie Fast Food: Schlicht, aber irgendwie wahnsinnig befriedigend.
Worum geht’s? Statham ist ein Cop, dessen Spezialgebiet die chinesischen Triaden und die japanischen Yakuza sind. Als sein Partner von einem vermeintlich unsichtbaren Profikiller (Jet Li) hingerichtet wird, schwört er Rache… et cetera. Nicht auf die Story kommt’s an, sondern aufs Drumherum: Und das ist wirklich gelungen. “War” hat grandiose Actionszenen, Atmosphäre, gelegentlich sogar den ein oder anderen, typisch mürrischen Statham-Gag und ein oder zwei hübsche Überraschungen.
Mehr braucht’s nicht für einen Abend mit ein paar Jungs und ein paar Bier… ![]()
Morgen laufen im Kino einige mit Spannung erwartete Filme an. Hier ein kleiner subjektiver Überblick über die interessantesten Neustars.
Der österreichische Meisterregisseur Michael Haneke drehte unter dem Titel “Funny Games U.S.” eine verstörende Gewaltstudie über zwei junge Männer, die ohne offensichtlichen Grund eine Familie in deren Haus foltern. Dabei handelt es sich um eine beinahe identische Kopie seines vor 10 Jahren in Österreich produzierten Films, nur das dieses mal US- amerikanische Schauspieler eingesetzt wurden. Für den US- Markt mag das sinnvoll sein, doch warum sollte sich das deutschsprachige Publikum diese Kopie antun?
Deutlich heiterer geht es in der von Fans lang ersehnten Kinoversion der Hitserie “Sex and the City” zu. Die vier ebenso sympathischen wie sexbesessenen Großstadtfrauen machen nun auf der großen Leinwand Manhattans Szenenlokale und Schuhläden unsicher.
Wer sich nicht der unangenehmen Wahrheit im Irak entziehen will, sollte sich auf jeden Fall die bei der Berlinale ausgezeichnete Dokumentation “Standard Operating Procedure” ansehen, die dem berüchtigten Abu Ghraib- Folterskandal von 2004 auf den Grund geht.
Ein interessantes und exotisches Kinoerlebnis bietet die afrikanische Komödie “Ouaga Saga.” Der Film aus Burkina Faso erzählt die Geschichte einer Gruppe junger Kinofans, die sich in einem armen Viertel der Hauptstadt Ouagadougou durchs Leben schlagen.
Je nach Geschmack und Gemütslage sollte bei dieser Auswahl für jeden Kinobesucher etwas passendes dabei sein.
Actrices - Bruni-Tedeschi als Stadtneurotikerin?
Valéria Bruni-Tedeschis zweite Regiearbeit ist eine charmante Tragikomödie irgendwo zwischen Woody Allen und Almodovar.
Marcelline (Bruni-Tedeschi) ist eine überaus erfolgreiche Bühnenschauspielerin, doch ihr Privatleben ist eine mittlere Katastrophe: Während ihre Mutter (die echte Mutter von Bruni-Tedeschi!) sie am Liebsten mit einem wohlhabenden Fürsten verlobt sähe, taumelt die vierzigjährige Marcelline von einer Beziehung in die nächste - oder fast -, und wird dabei erstickt von ihrem Kinderwunsch …
“Actrices” wurde nicht zu Unrecht mit Lob überschüttet. Bruni-Tedeschi spielt unglaublich eindringlich; ihre Leinwandpräsenz lässt sie mit Marcelline schlichtweg verschmelzen. Angesichts dieser schauspielerischen Tour de force verblassen die Nebenfiguren freilich ein wenig - dennoch sind auch sie glänzend besetzt, mit Mathieu Amalric etwa oder Noémie Lvovsky. Amalric wird im Übrigen im neuen James-Bond-Streifen den Bösewicht geben.
Zurück zu den Schauspielerinnen: Der Film ist häufig mit Woody Allen verglichen worden; ein Vergleich, der nur eingeschränkt gültig ist: Zwar handelt es sich um die tragikomische Geschichte einer Stadtneurotikerin, aber “Actrices” lebt in einigen Szenen vom Moment einer leichten, ziellosen Improvisation, die man bei Allen - obwohl bei ihm auch viel improvisiert wird - nicht finden könnte.
Der Film zeigt Marcellines Welt und die Bühne, das Theater; die Wirklichkeiten der gefeierten Schauspielerin scheinen miteinander verflochten, unentwirrbar, und doch - …
Der bekannte US-amerikanischer Filmregisseur- und produzent Sydney Pollack ist gestern im Kreise seiner Familie verstorben. Nach einer Krebserkrankung hatte sich der Erfolgsproduzent aus dem aktiven Tagesgeschäft zurückgezogen und verstarb am Morgen des 26. Mai in Los Angeles.
Pollack, der mit seinen Eltern in USA ausgewandert war, genoss bei den Schauspielern ein hohes Ansehen. Viele führen seine einfühlsame Arbeit als Produzent auf die Tatsache zurück, dass er bereits selbst als Schauspieler tätig gewesen war. In seiner eigenen Karriere als Schauspieler lernte er früh Robert kennen und schätzen. Wen verwundert es da, dass Redford später in zahlreichen Filmen von Sydney Pollack als Hauptdarsteller agierte.
Im Laufe seiner Laufbahn hinter der Kamera kann Pollack auf beachtliche Erfolge zurückblicken. Filme wie „Mit eisernen Fäusten“, „Die drei Tage des Condor“, „Jenseits von Afrika“, „Die Firma“ und „Die Dolmetscherin“ begeisterten Millionen von Zuschauern in den Kinos. Erst kürzlich fand er als Schauspieler zurück auf die Leinwand, so spielte er in „Die Sopranos“, „Michael Clayton“ und „Verliebt in die Braut“.
Eine große Fangemeinde trauert um einen großartigen Produzenten und Schauspieler.
Neu im Kino: Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels
Viel ist im Voraus geschrieben worden über das neue Abenteuer des Mannes mit dem Hut - und groß scheint die Enttäuschung im Nachhinein. Aber ganz so schlecht, wie es die Feuilletons glauben machen wollen, ist “Indiana Jones 4” auch wieder nicht.
Angesichts der gewaltigen medialen Resonanz, die dem Film zuteil wurde, scheint es gerechtfertigt, ihn in einer anderen Kategorie anzusiedeln als die Sequels des vergangenen Jahres - “Die Hard 4.0″, “Rocky V” und “John Rambo”: Die waren zwar insgesamt ganz erfolgreich, zogen aber weit weniger Aufmerksamkeit auf sich als das neueste Abenteuer des peitscheschwingenden Archäologen.
Warum? Ganz einfach: Dr. Henry Jones jr. alias Indiana ist mit seinem ersten Leinwandauftritt - “Jäger des verlorenenen Schatzes“, 1981 - unmittelbar zum Zentrum eines popkulturellen Mikrokosmos geworden. Um die - im Übrigen von George Lucas und Steven Spielberg auf einem gemeinsamen Hawaiurlaub ersonnene - Figur des tollpatschigen Abenteurers entstand ein ganzes Universum aus Filmen (neben den drei Harrison-Ford-Streifen auch die erfolgreiche “Young Indiana Jones”-Serie mit River Phoenix), Computerspielen, Comics und Romanen, deren Beliebtheit auch knapp dreißig Jahre nach Entstehung der Figur nicht abzureißen scheint.
Kein Wunder also, dass das mediale Interesse am Popkultur-Phänomen Indiana Jones höher ist als an dem verkrachten Vietnam-Veteranen mit der gruseligen Frisur. Kein Wunder ebenfalls, dass die Herren Lucas und Spielberg es nochmal wissen wollten und, 19 Jahre nach Indies letztem Leinwandauftritt, mit “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” versuchen, die Deutungshoheit über ihre cocktailgeborene Jugendfantasie wiederzugewinnen.
“George Lucas, hör auf uns wehzutun!”, soll ein Kritiker gestöhnt haben, als er die Vorführung in Cannes in der vergangenen Woche verfrüht verließ. Tatsächlich leistet sich der Film ein paar unverzeihliche Fehler - etwa Indies vermeintlichen Sohn, der als Identifikationsfigur “für die ganze Familie” (arrrgghh!) eingebaut wurde und sich mal eben als fleischgewordene Tarzan-Imitation lianenweise durch den Dschungel zu schwingen versteht - da wünscht man sich den diabolischen Khali-Hohepriester aus dem “Tempel des Todes”, auf dass er mit dieser familientauglichen Unterhaltung ein für allemal Schluss mache. Herr Spielberg wird auf seine alten Tage immer lauer. Auch nicht überzeugender ist der Dialogwitz - es gibt keinen. Oder, praktisch keinen: Keren Ann als Marian sorgt immerhin für einen komödiantischen Lichtblick; aber ihre Szenen sind viel zu kurz.
Das waren die Kritikpunkte. Als eingefleischter Indiana-Jones-Fan kann ich mich aber nicht überwinden, den Film jetzt einfach für schlecht zu erklären. Schlecht ist er nämlich nicht; er ist nur ein bisschen … unbeholfen. Das Computerspiel wird besser!
Und, so grausam und blasphemisch das klingen mag: Es hätte womöglich gutgetan, wenn Spielberg und Lucas sich zurückgehalten hätten; denn nicht alles, was sie anfassen, wird (Kassen-)gold.
Deutsche Filme in den Kinos waren vielen Menschen lange Zeit ein Graus, doch seit den Erfolgen von „Keinohrhasen“, „Der Rote Baron“ und „Die Welle“ scheint sich dies erheblich gewandelt zu haben. Für diesen Erfolg, insbesondere für „Keinohrhasen“ zeichnete sich Til Schweiger als Hauptdarsteller und Regisseur verantwortlich.
Nun hat der erfolgreiche Schauspieler sein nächstes Projekt in Angriff genommen. „1 ½ Ritter - Auf der Suche nach der
hinreißenden Herzelinde“ ist eine Mittelalterkomödie, die sehr starke Anlehnung an unsere heutige Gesellschaft findet. Ritter Lanze (Til Schweiger) begibt sich mit seinem türkisch stämmigen Adjutanten (Rick Kavanian) auf die Suche nach der entführten Tochter des Königs. Das Mittelalter ist in diesem Film eher ein Abziehbild der heutigen Gesellschaft, so kleiden sich die feinen Ritter in Markenrüstungen, bei einem Casting wird nach dem Super-Minnesänger gesucht, es gibt Ride-Ins für das Essen und die Leibeigenen arbeiten in Gleitzeit.
Der Film wird leider erst im Februar 2009 das Kinoprogramm bereichern und bis dahin müssen sich die Fans gedulden. Die Vorfreude auf dem Film wird sich noch steigern, wenn man die Namen hört, welche an dem Projekt beteiligt sind. So spielen unter anderem Karl Dall, Thomas Gottschalk, Anna Maria Mühe, Marc Keller, Dieter Hallervorden und Roberto Blanco eine kleine Nebenrolle in „1 ½ Ritter - Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde“. Ob der Film in München, Hamburg oder Berlin seine Premiere feiern wird, ist ebenfalls noch offen.
Auf jeden Fall können sich die Fans auf eine abwechslungsreiche Komödie mit Klasse-Darstellern freuen.
Regie - Erstling The Pordigy von William Kaufmann
Stand mit Freunden in der Videothek. Wir hatten Bier eingekauft. Schwankten kurz zwischen Jet Li und Van Damme, landeten aber letztlich bei William Kaufmanns Regiedebüt “The Prodigy“, von dem das Cover versprach, dass es sich um nichts Geringeres als einen “Kultfilm” handele.
Naja. Das Wort “Kult” wird inzwischen ziemlich inflationär gebraucht - auf “The Prodigy” trifft es jedenfalls kaum zu. Der Film ist eine krude, ausgesprochen düstere Mischung aus Action- und Slasherstreifen, kann sich aber für keins von beidem so richtig entscheiden.
Truman Fisher ist ein kleiner Gangster, der einfach Pech hat: Eines Tages platzt ein Drogendeal, ein maskierter Killer taucht auf und Truman kann als Einziger das folgende Massaker überleben. Einen Monat später entführt derselbe Maskierte den Neffen von Trumans Boss … und Truman begibt sich auf die Jagd …
Bloß: Warum? Warum entführt der Killer den Neffen? Warum taucht er bei dem Deal auf? Was sollen die merkwürdigen Anspielungen auf dem Cover, die verheißen, dass Truman an die Grenzen der Wirklichkeit geraten wird?
Der Film bleibt eine ganze Menge Antworten schuldig. Die Auflösung ist arg billig; aber immerhin nimmt man den Beteiligten ab, dass sie es ernst meinen: Hauptdarsteller Holt Boggs etwa hat auch am Drehbuch mitgeschrieben (vielleicht sollte er es mal als Kameramann versuchen? Oder als Cutter?), und überhaupt wiederholen sich im Abspann viele Namen, was bekanntlich ein untrügliches Indiz für eine Independet-Produktion ist.
Und jetzt kommen wir zur positiven Seite von “The Prodigy” - dem Handwerklichen. Dass es sich um eine Independent-Produktion handelt, sieht man dem Film nämlich gar nicht mal an … Die Gewaltdarstellung ist definitiv nichts für Zartbesaitete und teilweise schlicht übertrieben - aber gut gemacht. Insofern, Chapeau, Mr. Kaufmann. Das nächste Mal vielleicht mit professionellen Drehbuchautoren ..?
Fluchen und Schweigen - Kiffen und Kiffen - Mewes und Smith: Jay and Silent Bob! Soviel Philosophie, soviel vereinter Gegensatz…
Das Duo hat mir alle Kevin Smith Filme versüßt, die guten wie die schlechten. Ob als drogendealende Propheten oder monochrome Ladenhüter - die genialen Dialoge der alten Filme und der Holzhammerhumor der neuen Versionen haben für mich gleichermaßen ihre Berechtigung im Film-Olymp und zwar vor allem durch das Vorhandensein dieser Figuren.
Jay ist lang und dürr, sexuell unausgelastet, mittelschwer drogenabhängig und redet ununterbrochen. Silent Bob bietet den Fels in der Brandung gegen die unermüdlich schwappenden Laber-Wellen seines Kumpels. Die Komik ist oft ziemlich simpel und dreht sich um Drogen und Frauen, gerade in den ersten Auftritten aber bestechen die Szenen durch unwiderstehlich merkwürdigen Humor. Auch der abgebrühteste Cineast muss grinsen, wenn sich Silent Bob als schwarz-weiße Inkarnation des klassischen Breakdance-Gedankens präsentiert oder Jay im Angesicht der Apokalypse mit der letzten Nachfahrin von Jesus über den Endzeit-Fick verhandelt.
Clerks, Dogma, Chasing Amy und Mallrats kann ich als Fan von Kevin Smiths Filmen empfehlen. Wer die beiden noch nicht kennt, der sollte sich das mal ansehen - für mich eins der lustigsten Idioten-Paare der Neuzeit!
Kultfilm oder Schocker: Jörg Buttgereits “Nekromantik” spaltet die Lager seit Jahren
Ganz grob kann man Filme in zwei Kategorien einteilen: Die, die man gesehen haben muss, und die anderen.
Jörg Buttgereits “Nekromantik” ist, was diese Unterscheidung betrifft, ein Wanderer zwischen den Welten. Wie in manch anderer Hinsicht auch.
Das inzwischen etwas betagte Independent-Perlchen von 1987 strahlt noch wie damals; wobei “strahlen” das falsche Wort ist: Nekromantik schimmelt, verwest, stinkt, zerfällt in seine Bestandteile: Das reißerisch-romantische Cover verspricht einen Sexfilm mit Leichen, der Film selbst mag solche Hoffnungen zerstören, entpuppt er sich doch als ruhiges, ein bisschen melancholisches Trauerspiel über einen jungen Mann und seine Geisteskrankheit. In diesem Sinne wäre er dem kaum älteren Vampirstreifen “Martin” von George Romero vergleichbar.
Zur Handlung: Rob arbeitet bei “Joes Säuberungsaktion” und beseitigt Leichen an Unfallschauplätzen. Mit seiner Freundin teilt er ein besonderes Faible für die Toten: Er ist nekrophil…
Buttgereit gelingt trotz des krassen Themas eine differenzierte, fast empathische Darstellung des nekrophilen Jungen; er beschreibt die Manie in elegischen Bildern, und auch die Musik wartet mit erstaunlich freudigen Motiven auf - man kann sagen, dass “Nekromantik” näher an Hoffmann und Poe liegt als an “Bad Taste” etc., neben denen die Kassette in der Regel in der Videothek steht.
Das Ende gewährt Rob die orgiastische, wilde, Leben und Tod in einer bizarren, unvergesslichen Einstellung vereinende Auflösung; den Sex mit einer Leiche, die er selbst ist …
Ein rabenschwarzer, nicht unbedingt leichtverdaulicher, aber allemal sehenswerter Film.
Tim Robbins und Samantha Morton tragen diesen Science Fiction, der sein Setting in einer Zukunft wählt, in der Klonen alltäglich geworden ist.
Der Film wirkt zu Anfang verwirrend, da er dem Zuschauer wenig erklärt und sich einfach in die bestehende Situation der beiden Charaktere einklinkt. Dadurch entsteht andererseits eine interessante Atmosphäre, die Hintergrundgeschichte der Welt muss man sich aus nebenbei erwähnten Hinweisen selbst zusammensetzen.
Grob zusammengefasst: Durch die übermächtige Gentechnik ist das Leben außerhalb der Städte nicht sicher geworden, man muss sich sogenannte “Papellen” besorgen, um von einem Ort zum anderen zu reisen. Überhaupt leben nur die Reichen in der Stadt, arme Menschen sind nach draußen in die Wüste abgeschoben worden. Überall regiert die Angst, gegen irgendein genetisch hergestelltes Virus nicht geschützt zu sein und zu sterben. Außerdem ist die Sonne schädlich und die Menschen in den Städten werden von der SPHINX, einer allwissenden Polizeieinheit, überwacht.
Vor diesem Hintergrund spielt die Liebesgeschichte zwischen William Geld (Robbins) und Maria Gonzalez (Morton). Wie sich im Verlauf des Films herausstellen wird, ist deren Beziehung nicht erlaubt, weil Maria ein Klon der Mutter von William ist. Der titelgebende “Code 46″ verbietet Kontakte zwischen Menschen, deren genetischer Code übereinstimmt.
Bei Besprechungen des Films wird gern der Aufhänger gewählt, es werde hier neben der Liebesgeschichte die Frage behandelt, wie eine Welt aussähe, in der Klonen alltäglich geworden ist.
Das kann man so sehen, der Film taugt jedoch weder als ernsthafte Studie, noch hat man nach seinem Ende den Impuls, über Klonen und Gentechnik nachzudenken. Das liegt meiner Meinung nach daran, dass die Regie ein paar Macken hat. Zum Beispiel häufen sich Zwischenszenen, in denen Autos über von interessanter Archtitektur gerahmte Highways fahren und düstere Klänge krampfhaft Atmosphäre herstellen wollen. Außerdem habe ich persönlich dieses Gefühl, welches oft auftritt, wenn gute Schauspieler in den Händen eines nicht ganz so guten Regisseurs agieren: Irgendwie halten die Szenen im Ganzen nicht, was sie für sich bedeuten. Das gilt aber nur teilweise, an anderen Stellen klappt der Übergang dann wieder perfekt.
Sehenswert ist der Film auf jeden Fall, die Hauptdarsteller sind gut! Das bedeutet einfach, dass die Liebesgeschichte, die vom großartigen Spiel der beiden erleuchtet wird, gegenüber dem Science Fiction hervortritt, der wird zu Teilen von der Regie ausgebremst.
So bleibt ein ungewöhnlicher Film, der mit Mut zur Improvisation und einer schönen Liebesgeschichte aufwartet. Gattaca ist ein bisschen besser und runder, dafür aber auch kitschiger. Man sollte sich beide Filme auf jeden Fall ansehen!
Ich persönlich mag den Trailer nicht besonders. Zu hektisch für den Film.
