Kino, neue Filme & Schauspieler

Archiv für "Dezember"

Frucht des Wahnsinns

Autor: Fin
7 Dez
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“A Clockwork Orange”, der Klassiker zum Thema Moloko Plus, Ultrabrutale und Beethoven im Allgemeinen erscheint demnächst als Special-Edition auf DVD.

Der Film wird erstmals in einem angepassten Format präsentiert, das - mehr oder weniger - 16:9 entspricht. Bisher waren sämtliche Kubrick-Filme (außer “Barry Lyndon” und “2001″) in 4:3 veröffentlicht worden. Zwar hatte der Regisseur in 4:3 gefilmt; bei Kinovorführungen bestand er aber auf einer Anpassung des Bildformats.

Wie man zu dem neuen Bild steht, bleibt jedem selbst überlassen - ich hatte mich, ehrlich gesagt, an die “alten” Filme gewöhnt. Übrigens hat auch Woody Allen gelegentlich in dem Format gefilmt - so schlecht sieht es doch gar nicht aus.

Zusätzlich enthält die Special-Edition ein paar nette, aber nicht unbedingt spektakuläre Extras: Kinotrailer, Audiokommentar von Malcolm McDowell, eine Dokumentation zum Film und eine zum Hauptdarsteller (der eigentlich nur noch B- und C-Filme macht - zuletzt Rob Zombies “Halloween“).

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Terminator 4 mit Christian Bale?

Autor: Fin
6 Dez
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Dass es einen vierten Teil der erfolgreichen Action-Serie geben wird, steht fest. Und auch, wer definitiv nicht mitwirkt: Arnold Schwarzenegger. Der rettet die Welt nämlich inzwischen jenseits der Leinwand.

Derweil tobt allerdings ein kleiner Gerüchte-Krieg in Hollywood - wer spielt mit? wer nicht? Inzwischen sind die Namen Diesel, Sevigny und Weisz gefallen - alles unter Vorbehalt, versteht sich.

Verlässlicher scheint die Info, dass McG (”Charlie’s Angels”) Regie führen wird und, dass Christian Bale (”Batman begins”) irgendwie mitmacht - das bestätigen die Filmfreunde. McG ist für seine hysterischen toll choreographierten Actionszenen bekannt. Nicht zuletzt hat er uns die “Fastlane” verschafft, den kleinen Bruder von “Miami Vice”.

Ich bin, äh, “gespannt”.

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Indiana Jones 4

Autor: Fin
6 Dez
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Nach “Rocky Balboa” und “Stirb Langsam 4″ haben sich für das kommende Kinojahr zwei weitere Achtziger-Kinohelden angemeldet: Der unverwüstliche Professor Jones und der humorlose Soldat Rambo.

Von Letzterem erwarte ich nicht besonders viel. Warum? Schaut Euch den Trailer an - 70er-Jahre-Action à la Charles Bronson. Der wesentlich splatterigere, ältere “John Rambo”-Trailer wirft gar die Frage auf, ob man das offekundige Alter des Protagonisten einfach mal durch Blut & Eingeweide kaschieren kann. Irgendwie schade, der erste Teil war gut; und sogar 2 und 3 hatten ihre witzigen Momente.

“Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” sieht dagegen vielversprechend aus. Was vielleicht daran liegt, dass es bislang keine bewegten Bilder gibt. Aber die bisher veröffentlichten Fotos machen Lust auf mehr. Harrison Ford hat sich zwar in seinen letzten Filmen nicht gerade mit Ruhm bekleckert, und Herr Spielberg, um ehrlich zu sein, auch nicht. Aber was soll schief gehen, wenn die beiden zusammen INDIANA JONES machen?

Eben. :-)

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Verirrt im Wald der Möglichkeiten

Autor: Fin
4 Dez
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“Der Goldene Kompass”, die Verfilmung des ersten Teils von Philip Pullmans Trilogie “His Dark Materials” kommt dieser Tage ins Kino.

Ehrlich gesagt, habe ich die Bücher nicht gelesen. Eine Freundin drückte sie mir irgendwann in die Hand, so um die Abi-Zeit, und dann verstaubten sie ein paar Monate auf meinem Fensterbrett; ich fürchte, ich habe sie nicht mal angefangen. Was mir entgangen ist, habe ich erst in den letzten Wochen erfahren, als - wenigstens in den USA - heftige Kontroversen um die Verfilmung der Fantasy-Trilogie ausbrachen. Ich bin ganz schön zerknirscht.

Worum geht’s? In “Der goldene Kompass” entwirft Pullman ein Parallelluniversum, das dem unseren in weiten Teilen ähnelt. Wissenschaften und Technologie werden betrieben, gleichzeitig herrscht eine (christliche) Theokratie. Jeder Mensch hat einen “Daemon”, ein Tierwesen, das ihn begleitet, ein Teil von ihm ist. In dieser Welt wird die dreizehnjährige Lyra in mysteriöse Geheimnisse verstrickt, als ein Freund verschwindet. Bald befindet sie sich auf einer abenteuerlichen Reise rund um die Welt und bekämpft das Magisterium - eine Organisation, der Pullman bewusst römisch-katholische Züge gegeben hat -, das in abscheulichen Experimenten Kinder von ihren Daemonen zu trennen versucht …

“Meine Bücher handeln davon, Gott zu töten.”

Der bekennende Agnostiker Pullman räumte von Anfang an ein, seine düstere Trilogie bewusst als Gegenentwurf zu C.S. Lewis’ “Narnia”-Büchern verfasst zu haben. Während Letzterer plakativ die Christusgeschichte als Fantasy-Märchen nacherzählt, ist Pullmans Ansatz ein religionskritischer. Zuletzt kamen die Harry-Potter-Bücher von Joanne Rowling in die Schlagzeilen, weil sie in einigen christlichen Schulen aus den Bibliotheken verbannt wurden - Kirchliche Gruppen kritisierten das im wahrsten Sinne des Wortes gottlose Hogwarts-Universum. “His Dark Materials”-Autor Pullman geht noch einen Schritt weiter: “Meine Bücher handeln davon, Gott zu töten.” Die amerikanische Catholic League läuft Sturm. Seinen Titel fand Pullman übrigens in Miltons “Paradise Lost”. Er bezieht sich aber auf ein Zitat von William Blake, wonach Milton sein christliches Epos nur schrieb, weil er unbewusst den Teufel bewunderte… Ich muss dringend in die Bibliothek.

Die ersten Kritiken lassen allerdings kaum ein gutes Haar am Film; zumal Weitz schon vor Monaten verkündete, die kontroversen Aspekte deutlich abschwächen zu wollen - er braucht ja ein Publikum! - und im gutchristlichen Amerika scheint selbst seine “weiche” Version nicht besonders anzukommen. Der “Spiegel” zerreißt den Film in seiner aktuellen Ausgabe (49/2007) in gewohnt polemischer Manier. Dabei hatte der “Herr der Ringe” doch bewiesen, das Werktreue und Erfolg an den Kinokassen keinen Widerspruch bilden müssen. Nun war Tolkien aber Christ, und die Orks erinnern selbst in ihren schönsten Kostümen nicht an katholische Priester…

Wie würde das auch aussehen, ein offen atheistischer Film zu Weihnachten.

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Funny Games - Remake

Autor: Fin
3 Dez
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Michael Haneke hat seine kompromisslose Gewaltstudie “Funny Games” (1997) neu verfilmt.

Wieso, ist mir nicht ganz klar. Der Film ist - auch im Ausland - bekannt geworden. Haneke hat zuletzt mit “Caché” (2005) einen grandiosen Thriller abgeliefert. Der Trailer zum Remake wirkt wie eine 1:1-Kopie des Thrillers mit Ulrich Mühe und Susanne Lothar, bloß, dass sie jetzt Tim Roth und Naomi Watts heißen. Der Film wird vermarktet wie aufregender Horror à la “Saw” oder “Hostel”.

Haneke selbst, vor zehn Jahren: “Ich versuche, Wege zu finden, um Gewalt als das darzustellen, was sie immer ist - als nicht konsumierbar.”

Tja.

Hoffentlich hat er sich das mit dem Remake gut überlegt.

Zum direkten Vergleich stelle ich mal beide Trailer nebeneinander. Wenn Sie sie halbwegs zeitgleich abspielen, werden Sie feststellen, dass die Filme fast identisch montiert sind. Ich hoffe, das gilt nicht für den Streifen insgesamt.

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Krabat

Autor: Fin
3 Dez
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“Sommersturm”-Regisseur Marco Kreuzpaintner hat sich an eine Verfilmung des Krabat-Stoffs von Ottfried Preußler gewagt. Mit dabei: Daniel Brühl und Robert Stadlober. Hier schon mal der Teaser, der so aussieht, als müsste Harry P. um die Vorherrschaft im Teenie-Fantasy-Grusel-Genre fürchten … ;-)

Den Film sollte man sich vormerken! Start 2008.

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Anleitung zur Coolness

Autor: Fin
3 Dez
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“Die Nacht war schwarz wie eine Wagenladung Arschlöcher.”

Dieser Satz - er wurde in einem Aufsatz über Hard-boiled-Geschichten als besonders bizarre Stilblüte zitiert - fasst das Genre brillant zusammen: Schwarz, bitter, lakonisch. (Bitter & lakonisch ist auch meine Quellenangabe - ich hab’ vergessen, woher er stammt.)

The Maltese Falcon” war schon die dritte Verfilmung des 1930 erschienen Romans von Dashiell Hammett. Die Geschichte kommt mit einer Handvoll undurchsichtiger Figuren aus; im Zentrum steht der Privatdetektiv Sam Spade (Humphrey Bogart). Spade betreibt mit seinem Partner Archer ein kleines Detektivbüro. Eines Tages kreuzt die hübsche Miss Wonderly auf. Für 200$ beauftragt sie die Detektive, den Liebhaber ihrer Schwester zu beschatten. Archer übernimmt die Aufgabe - und ist in derselben Nacht tot. Spade gönnt sich daraufhin erstmal einen Drink; sodann macht er sich auf, den Tod seines Partners aufzuklären. Vorher beendet er noch schnell die Beziehung zu dessen Frau - die könnte der Polizei doch sehr verdächtig erscheinen - und lässt den Schriftzug auf der Bürotür von “Spade & Archer” in “Sam Spade” ändern.

Früher hätte man die Auflösung ruhig verraten können, weil jeder den “Malteser Falken” gelesen hatte; heute lässt man’s besser sein - sowohl Hammett, als auch die Filme des kongenialen John Huston, harren ihrer Wiederentdeckung. “The Maltese Falcon” brachte für Humphrey Bogart, der bis dahin auf Bösewichte abonniert war, den Durchbruch. Seine Darstellung Spades ist bis heute unübertroffen. Ein Jahr später, mit “Casablanca”, sollte Bogart den Typus des zynischen, aber moralisch integren Helden perfektionieren. Neben Bogarts lässigem Spiel zeichnet sich die Neuverfilmung des Stoffes durch eine Werktreue aus, die vorige Adaptionen nicht gerade aufwiesen: Huston übernimmt praktisch alle Dialoge wortwörtlich aus dem Buch. Die Wortwechsel sind schnell und pointiert; in manchen Szenen werfen sich die Darsteller die Bälle nur so zu. Dass dies möglich war, ist der knappen, spröden Sprache Hammetts (den manch Einer für den besseren Hemingway hielt) zu verdanken. Seinen größten Erfolg feierte der Schriftsteller übrigens nicht mit dem “Malteser Falken”, sondern mit dem “Dünnen Mann“, der ebenfalls sehr erfolgreich verfilmt wurde.

Ich habe den Film gerade, nach rund zehn Jahren, wieder gesehen; keine Ahnung, wie das passieren konnte. Jetzt wird er gekauft. Cooleres Kino gibt’s nicht.

PS. - Wer wissen möchte, wie Trailer anno 1941 aussahen, erfährt das hier.

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Creep als Cartoon

Autor: Fin
2 Dez
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Neu ist er nicht - aber wert, das man auf ihn aufmerksam macht: Estoicos Cartoon zu “Creep” von Radiohead.

Welche Möglichkeiten in dem Videoportal stecken, und was “Web 2.0″ alles bedeuten kann, beweist der youtube-Nutzer mit seinem großartigen Zeichentrick, der dem (etwas angestaubten) Song der Formation um Thom Yorke neue Facetten abgewinnt. Ein beeindruckender kleiner Film - es wäre schön, wenn es mehr davon gäbe.

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Ledergesicht, ein amerikanischer Mythos

Autor: Fin
1 Dez
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Hui, “The Texas Chainsaw Massacre”: Das Internet ist mit Berichten über diesen Film übersättigt.

Auffällig ist, das die meisten dieser Artikel (mit Ausnahme einiger weniger) verzweifelt darum bemüht sind, das “Kettensägenmassaker” von seinem miserablen Ruf zu befreien. Tatsächlich enthält der Horrorstreifen, der jahrelang auf dem Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften stand, nur sehr wenige konkrete Gewaltszenen - das meiste wird angedeutet. Dass der Ruf des Films sich selbst produziert hat, etwa so, wie bei der “Stillen Post” eine Botschaft immer weiter und weiter bis zur völligen Unkenntlichkeit verändert wird - darauf will ich hier nicht eingehen.

Tobe Hoopers zweite Regiearbeit erzählt langsam, eigentlich träge. Zeitweise wirkt der Film wie ein Roadmovie; nur die (hervorragende) Kamerarbeit von Daniel Pearl verrät, wohin es geht: Ständig trostlos wirkende, öde Totalen, bizarre Perspektiven, und - immer wieder: Die Sonne, die Hitze, das Flimmern. Die Bildsprache ist beeindruckend, beklemmend, und kreiert eine bizarre Atmosphäre, zu der auch die (verhaltene) Musik beiträgt. Wenn der Film sein Monster dann auf die Jugendlichen (und auf den Zuschauer) loslässt, überrascht gerade dessen Unbeholfenheit: Leatherface ist bloß ein Mensch, wenn auch ein geistesgestörter. Er wird nicht in Szene gesetzt wie der Teufel in “Rosemarie’s Baby” (1967) oder die Blutsauger in “Blut für Dracula” (1966) - der Horror ist absolut real, fast schon linkisch. Leatherface ist nicht gerade ein Feinmotoriker, und hin und wieder mag der Zuschauer sich dabei ertappen, so etwas wie Mitleid mit dem Monster zu haben. Zumal seine Familie das pervertierte Ideal einer amerikanischen Arbeiterfamilie darstellt; alle haben sie früher in den Schlachthöfen gearbeitet, ehe das Töten maschinisiert wurde. Im Grunde genommen machen sie das, was sie immer getan haben: Töten, mit dem Hammer, der Säge; sie hängen ihre Opfer auf den Fleischerhaken oder legen sie in die Tiefkühltruhe. Bloß sind es jetzt keine Rinder mehr, sondern Menschen. In dieser Hinsicht stellt der Film also, man mag es kaum glauben, eine regelrecht gesellschaftskritische Frage: Was geschieht mit denen, die von der Moderne überrannt werden?

Daneben hat der Film, mit ein paar anderen (”Beim Sterben ist jeder der Erste”, 1972; “Southern Comfort“, 1981) ein kleines Subgenre begründet, das sich in den letzten Jahren wieder wachsender Beliebtheit erfreut: Der “Redneck-Horror”. Meint: Menschen aus der Stadt etc. kommen ins Hinterland, legen sich mit den dort hausenden Kerls an und werden von ihnen totgehauen. Wes Cravens “The Hills have Eyes” (1977) oder “Wolf Creek” (2005) bedienen sich dieses simplen Schemas. Ein wirkungsvoller, oft missverstandener Horrorfilm, der das Genre nachhaltig geprägt hat. Inzwischen ein halbwegs rehabilitierter Klassiker. Sehenswert.

Kategorie: Cinemathek mehr
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