Valéria Bruni-Tedeschis zweite Regiearbeit ist eine charmante Tragikomödie irgendwo zwischen Woody Allen und Almodovar.

Marcelline (Bruni-Tedeschi) ist eine überaus erfolgreiche Bühnenschauspielerin, doch ihr Privatleben ist eine mittlere Katastrophe: Während ihre Mutter (die echte Mutter von Bruni-Tedeschi!) sie am Liebsten mit einem wohlhabenden Fürsten verlobt sähe, taumelt die vierzigjährige Marcelline von einer Beziehung in die nächste – oder fast -, und wird dabei erstickt von ihrem Kinderwunsch …

“Actrices” wurde nicht zu Unrecht mit Lob überschüttet. Bruni-Tedeschi spielt unglaublich eindringlich; ihre Leinwandpräsenz lässt sie mit Marcelline schlichtweg verschmelzen. Angesichts dieser schauspielerischen Tour de force verblassen die Nebenfiguren freilich ein wenig – dennoch sind auch sie glänzend besetzt, mit Mathieu Amalric etwa oder Noémie Lvovsky. Amalric wird im Übrigen im neuen James-Bond-Streifen den Bösewicht geben.

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Zurück zu den Schauspielerinnen: Der Film ist häufig mit Woody Allen verglichen worden; ein Vergleich, der nur eingeschränkt gültig ist: Zwar handelt es sich um die tragikomische Geschichte einer Stadtneurotikerin, aber “Actrices” lebt in einigen Szenen vom Moment einer leichten, ziellosen Improvisation, die man bei Allen – obwohl bei ihm auch viel improvisiert wird – nicht finden könnte.

Der Film zeigt Marcellines Welt und die Bühne, das Theater; die Wirklichkeiten der gefeierten Schauspielerin scheinen miteinander verflochten, unentwirrbar, und doch – …